Einsatz von Internet, Social Media und Web 2.0 in Hightech-KMU

30.07.2013 Für Hightech-Unternehmen ist es oft eine Herausforderung, die Sichtbarkeit im Markt herzustellen: Sie besetzen teilweise Nischenmärkte, sind häufig international vernetzt und stark exportorientiert. Über Web 2.0-Anwendungen und Social Media können Unternehmen in den direkten Dialog mit Kunden treten. Die Studie zeigt unter anderen, dass diese Möglichkeit von Hightech-Unternehmen noch nicht voll ausgeschöpft werden.


Die Möglichkeiten, die Social Media und Web 2.0-Applikationen für den direkten Kundenkontakt bieten, werden auch von technikaffinen Unternehmen nicht voll ausgeschöpft. Die gemeinsame Studie des IVAM Fachverband für Mikrotechnik und der Hochschule Hamm-Lippstadt zeigt, dass viele kleine und mittlere Hightech-Unternehmen mangels Marketingplan, aber auch mangels Ressourcen und Know-how diese Medien nicht effektiv nutzen.








Der Studie zugrunde liegen eine Befragung von knapp 1700 Unternehmen der Mikro- und Nanotechnik-Branche in Europa und eine Ist-Analyse der Webseiten der IVAM-Mitgliedsunternehmen. Bei der Ist-Analyse stellte sich heraus, dass 60% der Verbandsmitglieder Social Media bereits in irgendeiner Form nutzen. Die Befragung zeigt jedoch, dass das Interesse der Zielgruppe an Social Media insgesamt eher gering ist: Bei der Bewertung auf einer Skala von 1 (nicht wichtig) bis 10 (sehr wichtig) lag der Mittelwert gerade einmal bei 4,2.

  
Der am meisten genutzte Online-Kommunikationskanal der in der Studie untersuchten Hightech-KMU ist das Videoportal YouTube, gefolgt vom Kontaktformular, dem Newsletter und E-Communitys wie LinkedIn, XING und Google.

Ihrer Webseite räumen die Unternehmen im Vergleich zu anderen, klassischen Marketing-Instrumenten einen hohen Stellenwert ein. Laut Befragung aktualisiert ein Drittel der Unternehmen die Website regelmäßig – also mindestens einmal die Woche. Die übrigen zwei Drittel aktualisieren ihre Website nur einmal im Monat oder sogar in längeren Zeitinterwallen, obwohl sie nach eigener Aussage in der schnellen Kommunikation über das Internet Vorteile sehen. Die Ist-Analyse der IVAM-Mitglieder-Webseiten bestätigt die Selbsteinschätzung der Unternehmen, was die Aktualität ihrer Webseite angeht.

Knapp ein Viertel der in der Datenerhebung befragten Unternehmen gibt an, dass ein Mangel an Ressourcen sie an der umfassenden Nutzung von Web 2.0- und Social Media-Anwendungen hindert. Bei gut einem Drittel der Unternehmen ist der Geschäftsführer selbst für das Web 2.0-Marketing zuständig. Dies betrifft vor allem sehr kleine Unternehmen mit unter zehn Mitarbeitern. Dreiviertel der Unternehmen agieren „planlos“: Sie haben keinen Marketingplan für Web 2.0 und Social Media. Vielen Unternehmen fehlen aber auch Informationen über die Nutzungsmöglichkeiten von Web 2.0 und Social Media.







Die Unternehmen, die Social Media aktiv nutzen, versprechen sich davon eine bessere Sichtbarkeit am Markt (40 %) oder ein positives Image (29 %), aber selten Umsatzsteigerungen (9 %). Der direkte Kundenkontakt ist nur für 19 % ein Kriterium. Auch die Interaktion mit anderen Stakeholdern, zum Beispiel zur Personalakquisition, ist für die Unternehmen eher zweitrangig.