Als Ausblick auf die im November stattfindende COMPAMED, Zulieferermesse für Medizintechnik, fand am 25. April das 7. COMPAMED Frühjahrsforum am Stuttgarter Airport statt. Hinter dem Titel der Veranstaltung „MST-Evolution: raffinierte Hightech-Konstruktionen für den menschlichen Körper – Exoskelette, Endoprothesen, Neuroprothesen und Bioimplantate“ verbargen sich Vorträge rund um Innovationen und neueste Erkenntnisse zu den Themen Wiederherstellung, Ersatz und Unterstützung von Körperteilen und ihren Funktionen.
Die Universität Rostock zeigte z.B. additives Manufacturing in Form des 3D-Drucks als erhebliches Potenzial im Bereich der Medizintechnik, durch Senkung der Fertigungskosten von patientenspezifischen Implantaten, die am Lehrstuhl für Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik (LFM) im Fokus stehen. Die DRK Kliniken Wesermünde, das Institut für Keramische Werkstoffe und Bauteile der Universität Bremen sowie das Fraunhofer IFAM wollen zukünftig mit bioresorbierbaren Calciumphosphat-Knochenschrauben operative Folgeeingriffe vermeiden und zeigten den neusten Entwicklungsstand. Als Hersteller anspruchsvoller Mikroelektronik – besonders im Bereich der Dünnschichttechnologie – präsentierte die Reinhardt Microtech GmbH flexible Dünnfilmschaltungen für medizinische Anwendungen, welche von „intelligenten Kontaktlinsen“ bis hin zu optischen Herzkathetern reichen.
Das vom IMM in Mainz koordinierte EU-Projekt „NEUWalk“ beschäftigt sich mit einem neuroprothetischen System basierend auf Dekodierungsalgorithmen, welche auf der Aufzeichnung von Hirnsignalen in Echtzeit beruhen, die zum Auslösen einer Bewegungsfunktion stimulierend auf das Rückenmark einwirken. Dieses soll zukünftig Bewegungsfunktionen nach schweren Rückenmarksverletzungen wiederherstellen und Parkinsonsymptome wirkungsvoll lindern. Ein weiteres EU-Projekt namens „ArtiVasc 3D“ steht unter Federführung des Fraunhofer ILT und trug Erkenntnisse zu Züchtungsverfahren von künstlichem Ersatzgewebe bei. Bereitgestellt werden mehrlagige Zellschichten, die über ein Versorgungssystem mit Nährstoffen versorgt werden können. Zum Aufbau vaskulärer Gefäße in Verbindung mit einem Trägersystem soll zukünftig künstliche, implantierbare Haut aufgebaut werden.
Ein liechtensteinisch-schweizerisches Bündnis aus dem Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique und der Pantec Biosolutions AG arbeitet unter der Bezeichnung P.L.E.A.S.E. an einer Möglichkeit zur Verabreichung großer Wirkstoffmoleküle. Durch intraepidermale Mikrooperationen könnte dies dann in Form von entsprechenden Pflastern geschehen. Für Schmerzfreiheit und größte Präzision sorgt an einem kompakten Gerät dabei ein diodengepumpter Er:YAG-Laser. Diese und viele weitere Beiträge ergaben eine gelungenen „Generalprobe“ zur COMPAMED 2013 - ein Beleg für die Leistungsfähigkeit und den rasanten Fortschritt in der Welt der Medizintechnik.
Kontakt: Inga Goltermann, IVAM
go@ivam.de